GMP Richtlinien

Entwicklung der GMP-Regularien von 1938 bis heute

Häufig wird von GMP Richtlinien gesprochen, wenn es um die Anforderungen der Good Manufacturing Practices (GMP) geht. Es gibt aber nicht "die GMP Richtlinie". Weltweit gibt es viele GMP Dokumente, die von der jeweiligen Behörden heraus gegeben werden. Üblicherweise ist die GMP Richtlinie (der GMP Guide) anzuwenden, die in dem Land gültig ist, in dem der Standort für die Arzneimittelherstellung ansäßig ist. Wenn aber von dem Standort z.B. in Deutschland auch Arzneimittel in ein anderes Land geliefert werden - z.B. in die USA - so ist auch der GMP Guide dieses Landes einzuhalten. Zur Entwicklung der verschiedenen GMP Richtlinien:

Im Jahre 1938 wurde durch den Food und Cosmetic Act in den USA die Grundlage für die Kontrolle des pharmazeutischen Herstellungsprozesses gelegt. Wie häufig in der Geschichte war ein Unglück Auslöser für die Gesetzesinitiative. 107 Menschen, darunter viele Kinder, waren nach Einnahme des „Erkältungssaftes“ Elixir Sulfanilamide gestorben. Toxisches Diethylenglykol wurde als Lösungsmittel verwendet. Toxizitätsstudien waren damals nicht vorgeschrieben.

1962 bildeten dann die Kefauver-Harris Drug Amendments die rechtliche Grundlage für die weltweit ersten gesetzlich geforderten GMP-Regeln in den USA. Allerdings gab es noch keine konkreten Guidelines mit Umsetzungsempfehlungen. Die WHO veröffentlichte jedoch im gleichen Jahr die ersten GMP Guidelines. Diese waren aber rechtlich ohne Bedeutung, denn es bestand keine gesetzliche Pflicht, die GMP-Vorgaben bei der Herstellung von Arzneimitteln umzusetzen. Im Jahre 1978 wurde schließlich der FDA cGMP Guide im Federal Register publiziert. Damit hatte die FDA die weltweit ersten gesetzlich verankerten GMP-Regularien geschaffen. Diese ermöglichten eine Überwachung der Herstellungsprozesse der Pharmaunternehmen durch eine Kontrollbehörde (FDA).

In Deutschland wurde im Jahr 1978 das Arzneimittelgesetz (AMG) veröffentlicht, es gab darin jedoch keine konkreten GMP-Vorgaben. Das AMG war eine direkte Folge des Contergan-Skandals. Erst 1985 ist die Pharma Betriebsverordnung erschienen. Darin waren erstmals für Deutschland konkrete GMP Vorgaben enthalten, diese bildeten die Grundlage für die GMP-Überwachung durch Inspektionen der zuständigen Behörden. Es dauerte weitere 4 Jahre, bis dann schließlich im Jahre 1989 der für Europa verbindliche EG GMP Leitfaden erschienen ist.

Eine Darstellung der wichtigsten Meilensteine bei der Entwicklung der GMP-Regularien finden Sie auf unserer Seite GMP-Entwicklung.

Die aktuellen GMP-Regularien in Deutschland Europa und den USA finden Sie hier: http://www.gmp-navigator.com/nav_guidelines.html.

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